GÖRG

Nationaler Überblick Top 50★★★☆☆

Bewertung: Kontinuität in der Personal- und Geschäftsentwicklung ist für Görg ein hohes Gut. Oft sind es jahre- oder jahrzehntelange Bindungen, die die Partner mit ihren – auch mittelständischen oder kleinen – Mandanten pflegen. Diese Kontinuität rückt umso mehr in den Vordergrund, als das phasenweise enorm umsatzträchtige Insolvenzgeschäft zumindest im Stammland NRW zuletzt sehr ruhig blieb. Der Insolvenzzweig um den bundesweit geschätzten Dr. Thorsten Bieg beschert hingegen dem Hamburger Büro große Anerkennung u. hohe Profitabilität. Vor Ort kann das Anwaltsteam durch die enge Anbindung der BWLS Steuerberatung u. Wirtschaftsprüfung sogar eigene MDP-Teams aufbieten, die etwa bei den großen Eigenverwaltungsfällen KTG Energie u. den Max-Moritz-Autohäusern voll zum Einsatz kamen. Im inoffiziellen Wettbewerb der Standorte hat Hamburg jetzt manchmal die Nase vorne – doch wächst gleichzeitig bei Görg die Vernetzung der Büros untereinander. So teilt ein neu ernannter Restrukturierungspartner seine Zeit zwischen Köln u. Hamburg auf, u. der von Freshfields in Köln gewonnene Steuerrechtler Dr. Adalbert Rödding ist regelmäßig in Frankfurt aktiv. Die Vernetzung der Associates über alle Büros ist seit Jahren ein Element der Nachwuchspolitik.
Im Sinne der Kontinuität wurde das bisherige Management vor einem Jahr im Wesentlichen im Amt bestätigt, u. erneut waren es nur kleine Stellschrauben, an denen die Kanzlei ihre Aufstellung justierte. Allerdings wurde mit der Wahl des Frankfurter Partners Dr. Jens-Dietrich Mitzlaff in das Management eine vielleicht doch signifikante Veränderung erkennbar – ein Quereinsteiger aus einer internat. Kanzlei (Morgan Lewis) war bislang dort noch nie vertreten. Speziell der Ausbau von internat. Kontakten, die Mitzlaff u. ein weiterer Frankfurter Partner, Dr. Marcus Herrmann, vorantreiben, ist für Görg mittelfristig eine wichtige Aufgabe. Auch die neuesten Quereinsteigerinnen in München (Immobilienwirtschaft) u. Frankfurt (Bankaufsichts- u. Fondsrecht) bringen Erfahrung aus internat. Kanzleien mit. Das anerkannte Kölner Bank- u. Finanzrechtsteam wurde zudem mit einem Zugang von Osborne Clarke verstärkt.
Die Förderung des eigenen juristischen Nachwuchses hat Görg aber ebenfalls im Blick: Zu Jahresbeginn wuchs die Partnerriege um 4 Anwälte, es gab 14 neue Assoziierte Partner u. 1 Counsel, u. auf die erstmalig eingeführte Salary-Partner-Ebene wurden 2 Anwälte gehoben.
JUVE Kanzlei des Jahres in: Frankfurt und Hessen.
Besondere Stärken: Insolvenz/Restrukturierung.
Siehe auch: Berlin; Frankfurt; Hamburg; Köln; München.
Anwälte in Deutschland: 257
Internat. Einbindung: Offenes Netzwerk mit anderen unabhängigen Kanzleien.
Entwicklung: Auch Görg investiert in Legal Tech. Sowohl im Insolvenzzweig, speziell in der Poolverwaltung, sowie in den Teams der Arbeits- u. Vergaberechtler hat die Kanzlei eigene Werkzeuge geschaffen, um bei der Digitalisierung am Ball zu bleiben. Doch diese Art der Modernisierung könnte ablenken von wichtigeren, strukturellen Veränderungen, die der Kanzlei weiteres Wachstum ermöglichen sollen. Kürzlich hat Görg eine Salary-Partner-Stufe eingeführt, die das intern unterschiedlich bewertete Counsel-Modell ergänzt. Dies relativiert indirekt ein wenig die Bedeutung der assoziierten Partnerschaft für Senior Associates, doch zeigt es, dass die Diskussion in der Partnerschaft um die richtige interne Aufstellung weitergeht. Diese hatte vor einigen Jahren begonnen, als es darum ging, die millionenschweren Vergütungen in großen Insolvenzverfahren wie Arcandor verdauen zu können. Damals hatte Görg mit der Modifizierung ihres Lockstep-Vergütungssystems begonnen u. immer wieder an einigen Schrauben gedreht. Dazu gehörte auch der Abschied vom früher praktizierten Up-or-out-Modell – das neue Karrieresystem bietet jetzt noch mehr Flexibilität u. Differenzierung unterhalb der Riege der Vollpartner. Die neue Abstufung erlaubt aus Managementsicht vielleicht zudem im Einzelfall eine moderate Verlängerung des Partnertracks, wenn das Geschäftsmodell jüngerer Anwälte noch eine Reifezeit braucht. So legt Görg die Grundlagen für stetiges u. qualitatives Wachstum, das nicht von einer hohen Kopfzahl abhängig ist, sondern auf die fachliche Weiterentwicklung setzt.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
Görg Partnerschaft von Rechtsanwälten10623 Berlin
Zum Porträt
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