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12.10.2017

A3-Ausbau: Vinci und Strabag sichern sich mit Leinemann Platz im Vergabeverfahren

Das Konsortium um Vinci und Strabag kann als dritter Teilnehmer am Vergabeverfahren um den Ausbau der A3 zwischen Biebelried und Fürth teilnehmen. Das hat die Vergabekammer Nordbayern auf Antrag des Konsortiums entschieden. Die Autobahndirektion Nordbayern hatte das Konsortium zuvor vom Verfahren ausgeschlossen (Az. 21.VK-3194-14/17).

Ralf Leinemann

Ralf Leinemann

Neben Vinci und Strabag beteiligten sich zwei weitere Konsortien am Teilnahmewettbewerb, der ersten Phase des dreistufigen Vergabeverfahrens. Den Konsortien um die französische Eiffage und Johann Bunte sowie die niederländische Royal BAM und Hochtief erlaubte die zuständige Autobahndirektion Nordbayern in Stufe zwei ein Angebot vorzulegen. Vinci und Strabag dagegen verweigerte sie dies.

Gegen die Entscheidung wendete sich das Konsortium mit einem Nachprüfungsantrag, dem die Vergabekammer Nordbayern stattgab. Die Autobahndirektion verzichtete auf Rechtsmittel. Im weiteren Verfahren dürfen nun alle drei Teilnehmer Angebote einreichen, aus denen die Autobahndirektion Nordbayern in der dritten Phase des Verfahrens den Auftragnehmer auswählt.

Der Ausbau der A3 zwischen Biebelried und Fürth ist aktuell das größte ÖPP-Projekt Deutschlands. Rund 2,3 Milliarden Euro sollen für den Ausbau und die 30-jährige Verfügbarkeit des 71 Kilometer langen Streckenabschnitts investiert werden. Im Oktober 2016 eröffnete die Autobahndirektion Nordbayern das Ausschreibungsverfahren. Bis Mitte 2018 soll die Entscheidung fallen.

Vertreter Vinci/Strabag
Leinemann & Partner (Berlin): Prof. Dr. Ralf Leinemann (Federführung), Dr. Thomas Kirch, Dr. Eva-Dorothee Leinemann, Christoph Conrad, Thomas Maibaum; Associates: Robert Janitzek, Laura Jentzsch, Joerg Mieruszewski (alle Vergaberecht)

Vertreter Autobahndirektion Nordbayern
Angerbauer Lindauer Hauf Rath (München): Dr. Alexander Herrmann (Vergaberecht)

Vergabekammer Nordbayern bei der Regierung von Mittelfranken
Frank Baumgärtner (Vorsitzender)

Hintergrund: Das Team um Leinemann arbeitet erstmals für Vinci und Strabag. Die Kanzlei ist im Markt insbesondere für ihre Stärke in Nachprüfungsverfahren hoch anerkannt. Als besonders etabliert gilt die Beziehung Leinemanns zum Bauunternehmen Johann Bunte. Ende August wurde zudem bekannt, dass die Kanzlei die Schadensersatzklage der insolventen A1-Mobil gegen die Bundesrepublik Deutschland zu verantworten hat.

Die Autobahndirektion Nordbayern wird im gesamten Vergabeverfahren von der Münchner Einheit Angerbauer vertreten. Herrmann war Anfang 2016 von der Münchner Traditionskanzlei Gronefeld zu Angerbauer gewechselt. (Martin Ströder)