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04.10.2017

Schiedsinstitution: Weibliche Doppelspitze für die VIAC-Geschäftsstelle

Zum Jahreswechsel steht beim Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ein Stabwechsel an: Dr. Alice Fremuth-Wolf (45), aktuell noch Stellvertreterin des Generalsekretärs Dr. Manfred Heider (66), tritt zum Jänner in seine Fußstapfen und übernimmt die Leitung des Sekretariats. Bereits an Bord ist ihre designierte Stellverteterin Dr. Elisabeth Vanas-Metzler (36).

Alice Fremuth-Wolf

Alice Fremuth-Wolf

Heider führt seit mehr als 15 Jahren das Generalsekretariat des Vienna International Arbitration Center (VIAC) und geht zum Jahresende in Ruhestand. Vor seiner Zeit beim VIAC betreute er bereits die Schiedsgerichte der Wiener Waren- und Wertpapierbörse als Sekretär. Alice Fremuth-Wolf übernimmt im Jänner das Generalsekretariat, sie unterstützt Heider bereits seit rund fünf Jahren als Stellvertreterin.

Fremuth-Wolf war nach Stationen bei Wolf Theiss und Baker & McKenzie als Schiedsrichterin und Mediatorin selbständig. Anfang 2012 schloss sie sich der Schiedsinstitution der WKÖ an und begleitete so unter anderem die Einführung der neuen Regeln 2013 sowie die Offenlegung der Schiedsrichterernennungen 2017.

Elisabeth Vanas-Metzler

Elisabeth Vanas-Metzler

Ihre zukünftige Stellvertreterin Elisabeth Vanas-Metzler arbeitet sich seit Monatsbeginn bereits ein. Zuletzt war Vanas-Metzler als Salary-Partnerin bei Graf & Pitkowitz in der Schiedspraxis tätig. Dort war sie in den letzten Jahren sowohl in der Parteivertretung als auch als Schiedsrichterin im Einsatz. Zu früheren beruflichen Stationen gehören auch die Prozess- und Schiedspraxis bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Wien und bei Von Bila de la Pava & Bertoletti in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das VIAC – wie auch andere internationale Schiedsorganisationen – ein steigendes Arbeitspensum: Es registrierte 60 neue, grenzüberschreitende Schiedsverfahren und damit 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als 40 Prozent der Verfahren wurzelten in Zentral- und Osteuropa. Der Wert der anhängigen VIAC-Verfahren summierte sich auf rund 1,4 Milliarden Euro. (Sonja Behrens)