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12.10.2017

Hello again: HelloFresh will IPO erneut mit Sullivan, Noerr und Latham wagen

Knapp zwei Jahre nach dem ersten Versuch nimmt der Kochboxlieferant HelloFresh erneut Anlauf für den Sprung auf das Börsenparkett. Der genaue Termin ist noch nicht bekannt, aber das Unternehmen will im regulierten Prime Standard an der Frankfurter Börse starten. Das Bankenkonsortium ist im Vergleich zu den IPO-Plänen 2015 leicht verändert.

Carsten Berrar

Carsten Berrar

Damals führten Goldman Sachs und Morgan Stanley die Banken an, diesmal stehen Berenberg und BNP Paribas in vorderster Reihe von insgesamt sechs beteiligten Banken. 250 bis 300 Millionen Euro möchte HelloFresh für weiteres Unternehmenswachstum einsammeln.

HelloFresh liefert fertig portionierte Lebensmittel zum Selbstkochen nach Hause und ist nach einem rasanten Wachstum inzwischen nicht nur in Deutschland, sondern auch in angrenzenden Ländern, Großbritannien, USA und Kanada präsent. Mitte Juni zählte das Unternehmen 1,3 Millionen aktive Kunden.

Mehrheitlich gehört HelloFresh noch immer dem Inkubator Rocket Internet, der mit dem Lieferdienst Delivery Hero im Frühsommer seine erste Beteiligung an die Börse entlassen hatte. Weitere Gesellschafter sind unter anderem Baillie Gifford, Insight Ventures, Phenomenon Ventures und seit neuestem der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority. Seine Rechtsform hatte das Unternehmen Anfang dieses Jahres von einer AG in eine SE gewechselt.

Christian Pleister

Christian Pleister

Berater HelloFresh
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. Krystian Czerniecki, Dr. Clemens Rechberger, Dr. Lars Rüve; Associates: Dr. Veronika Koepfer, Alexander Koch (alle Kapitalmarktrecht)
Noerr
(Berlin): Prof. Dr. Christian Pleister (Federführung; Private Equity), Dr. Ralph Schilha (Kapitalmarktrecht;  München); Associates: Michael Sturm (Corporate/M&A), Jasmin Wagner (Kapitalmarktrecht; München), Janine Telke, Manuel Weiß (beide Private Equity)
Inhouse Recht (Berlin): Christian Ries (General Counsel), Michael Sturm (stellvertretender General Counsel)

Berater Banken
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler, David Boles (London); Associates: David Rath, Camilla Kehler-Weiß, Lukas Greilich, Rachel McCaslin (London; alle Kapitalmarktrecht)

Berater Baillie Gifford
CMS Hasche Sigle (Berlin): Steffen König (Corporate)

Berater Insight Ventures
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Dr. Stefan Jörgens (Corporate/M&A)

Berater Phenomen Ventures
Jones Day (München): Ivo Posluschny (Corporate/M&A; München), Dr. Karsten Müller-Eising (Kapitalmarktrecht)

Berater Qatar Investment Authority
Shearman & Sterling (Frankfurt): Dr. Alfred Kossmann; Associate: Dr. Aliresa Fatemi (beide M&A/Private Equity)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Die beteiligten Kanzleien sind in bewährter Konstellation regelmäßig für ihre Mandanten tätig. Noerr ist als Stammberaterin bei Rocket Internet und auch bei HelloFresh gesetzt. Ihr ehemaliger Senior Associate Sturm hatte zunächst in einem Secondment in der Rechtsabteilung von HelloFresh gearbeitet und stieg nun als Stellvertreter von General Counsel Ries voll bei dem Kochboxlieferanten ein.

Bei kapitalmarktrechtlichem Beratungsbedarf, der im aktuellen Fall den Hauptpart ausmacht, zieht Rocket Internet immer Sullivan & Cromwell hinzu, die schon beim Börsengang und diversen Kapitalmarktmaßnahmen des Inkubators beraten hat. Auch in die ersten Pläne von HelloFresh und vor einigen Wochen beim Börsengang von Delivery Hero war das Team um Berrar eingebunden. Auch die nun mit dem IPO zusammenhängenden gesellschaftsrechtlichen Aspekte hat Sullivan übernommen.

Einen Kanzleiwechsel gibt es bei dem leicht veränderten Bankenkonsortium, das nun von Latham & Watkins, anstatt wie vor zwei Jahren von Allen & Overy beraten wird. Seiler hat das Mandat bei seinem Wechsel vor einem Jahr zu Latham mitgenommen.

Investor Baillie Gifford wurde, soweit bekannt, von CMS-Senior Associate König beraten. Vor zwei Jahren war ein Hengeler-Team bei den Börsenplänen führend aufgetreten. Der katarische Staatsfonds wird nach JUVE-Informationen von Shearman & Sterling beraten. (Christiane Schiffer)