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10.10.2017

Anleihe: Kirkland unterstützt Investoren bei Finanzierung der Stada-Übernahme

Für die milliardenschwere Stada-Übernahme wurde eine Dual-Tranche-Anleihe emittiert: Mit einem Gesamtvolumen von fast 1,1 Milliarden Euro finanziert sie zwar nur gut ein Fünftel des Kaufpreises, aber mit ihr kann schon ein Teil der Brückenfinanzierung abgelöst werden. Die Anleihebegebung erfolgte durch Nidda Healthcare Holding und Nidda BondCo, die Erwerber- und Finanzierungsgesellschaften der Investoren Bain Capital und Cinven. Das Bankenkonsortium führten Citigroup und JPMorgan.

Anna Schwander

Anna Schwander

Die Übernahme des M-Dax-Konzerns Stada zählt mit einen Gesamtwert von 5,4 Milliarden Euro zu den größten Private-Equity-Transaktionen, die je in Deutschland stattgefunden haben.

Die beiden in Deutschland registrierten Nidda-Gesellschaften begeben die Senior Notes für die Stada-Übernahme in zwei Paketen: Eine Anleihe über 735 Millionen wird 2024 fällig und hat einen jährlichen Zinskupon von 3,5 Prozent. Die zweite Anleihe über 340 Millionen läuft bis 2025 und stellt gar 5 Prozent Zinsen in Aussicht. Die Anleihen wurden ausschließlich bei institutionellen Investoren platziert.

Nach JUVE-Informationen fungierten die US-Banken Citigroup und JPMorgan als weltweite Koordinatoren. Unterstützt wurden sie von der britischen Barclays, den deutschen Finanzinstituten Commerzbank und Deutsche Bank, dem niederländischen Finanzdienstleiter ING, der US-amerikanischen Investmentbank Jeffries, der französischen Société Generale, dem Investmentarm der Schweizer UBS sowie von den beiden japanischen Banken Nomura und Mitsubishi UFJ Financial (MUFG). Gehandelt werden die Bonds an der internationalen Börse TISE, die auf der britischen Kanalinsel Guernsey angesiedelt ist.

Berater Bain und Cinven / Nidda-Gesellschaften
Kirkland & Ellis: Matthew Merkle (London), Dr. Anna Schwander (beide Kapitalmarktrecht), Wolfgang Nardi, Christine Kaniak (beide Finanzierungen), Dr. Oded Schein (Steuern; alle München); Associates: Isabel Ruttloff (Kapitalmarktrecht), Dr. Katharina Hohmann (Finanzierung), Daniel Hiemer (Steuern; München), Michael Taufner, Evgeny Scirto-Ostrovskiy (beide Kapitalmarktrecht; beide London)

Berater Banken
Latham & Watkins: Scott Colwell (Federführung; London), Dr. Alexander Lentz (Frankfurt; beide Kapitalmarktrecht); Associates: Shawn Anderson, Matthew Lowe (beide London), Alexander Vorndran (Frankfurt; alle Kapitalmarktrecht)

Alexander Lentz

Alexander Lentz

Hintergrund: Bei der mehrteiligen Stada-Transaktion kommt die neue Aufstellung des deutschen Kirkland-Büros zur Geltung: Unter der Federführung der Partner Dr. Jörg Kirchner und Dr. Benjamin Leyendecker hatte die Kanzlei beide Großinvestoren durch den Bieterkampf und die dicht hintereinander folgenden Übernahmeofferten begleitet.

Für die Anleihebegebung kam nun maßgeblich Kapitalmarkpartnerin Schwander zum Einsatz, die im Frühjahr 2016 mit Leyendecker und Dr. Achim Herfs von Hengeler Mueller zu Kirkland gewechselt war. Das Münchner Team arbeitete hier mit der Londoner Kapitalmarktpraxis rund um den High-Yield-Experten Merkle zusammen.

Auch Lathams Kapitalmarktteam, das die vielen Banken zu den zwei Bonds beriet, setzte sich aus britischen und deutschen Anwälten zusammen. Der hier involvierte Frankfurter Partner Lentz begleite mit Dr. Rüdiger Malaun jüngst auch die High-Yield-Emission beim Immobilienunternehmen Demire. (Sonja Behrens)