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21.09.2017

Volle Kontrolle: Finnen greifen mit Hengeler nach E.on-Spin-off Uniper

Der finnische Energieversorger Fortum erwägt, den Uniper-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von insgesamt rund acht Milliarden Euro zu machen. Mit Hauptaktionär E.on scheinen die Verhandlungen zur Übernahme eines 47-prozentigen Aktienpakets weit gediehen. Uniper selbst ist an einer Übernahme, die weitreichende Folgen für den Vorstand haben dürfte, nicht interessiert.

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Joachim Rosengarten

Bereits seit Mai gibt es Spekulationen über den anstehenden Verkauf von Uniper. Neben dem tschechischen Energieversorger EPH war der finnische Energieversorger Fortum als möglicher Käufer im Gespräch. Dieser bietet nun acht Milliarden Euro für das Unternehmen, das E.on im September 2016 als Abspaltung seiner Geschäftsbereiche Wasser, Kohle und Gas an die Börse gebracht hatte. Das Gebot liegt damit 30 Prozent über dem Börsenwert vom Mai, bleibt jedoch hinter dem aktuellen Aktienkurs zurück, der mit Bekanntwerden des Angebots noch einmal angezogen hat.

Für E.on, die 47 Prozent der Uniper-Anteile besitzt, ist das Angebot verlockend, der Verkauf kommt aus steuerlichen Gründen vor Jahresende allerdings nicht infrage. Auf einen Schlag könnte dies E.on rund 3,8 Milliarden Euro in die leeren Kassen spülen. 34 Prozent an Uniper halten institutionelle Investoren. Sie dürften auf ein höheres Angebot spekulieren, wenn sich herausstellt, dass Fortum Uniper vollständig übernehmen will. Allerdings hat Fortum noch keine eindeutige Strategie bekanntgegeben. Medienberichten zufolge suchen die Finnen nach einer Möglichkeit, den verbleibenden Erlös aus dem Verkauf ihres Stromnetzes zu reinvestieren. Dieser beläuft sich auf rund fünf Milliarden Euro.   

Die Übernahme dürfte dem Uniper-Vorstand um Klaus Schäfer gefährlich werden. In einer Presseerklärung teilte er mit, dass Uniper nicht um das Fortum-Angebot gebeten habe, er sieht seine Zukunft in der Unabhängigkeit. Darauf könnten auch die Transaktionen der jüngsten Zeit hindeuten. Im Frühjahr 2017 verkaufte das Unternehmen das Gasfeld Yushno-Russkoje. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass sich Uniper mit vier weiteren europäischen Energieversorgern (Engie, OMV, Shell und Wintershall) an der Finanzierung von Nordstream II beteiligt.

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Ralph Wollburg

Berater Fortum
Hengeler Mueller: Dr. Rainer Krause (Düsseldorf), Dr. Joachim Rosengarten (Frankfurt; beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Martin Klein (Steuerrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; beide Frankfurt), Prof. Dr. Dirk Uwer (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Nikolaus Vieten, Dr. Daniela Böning (beide Finanzierung), Dr. Mathias Link (Steuerrecht; alle Frankfurt), Dr. Daniel Zimmer, Dr. Jörg Meinzenbach (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht); Associates: Dr. Matthias Cloppenburg, Dr. Gerrit Forst (alle Düsseldorf), Dr. Christian Strothotte, Dr. Johannes Baumann (alle Corporate/M&A; Frankfurt), Marius Marx (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Moritz Rademacher (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf), Till Hiemenz-Müller (Finanzierung; Frankfurt)

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Staffan Illert

Berater E.on
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Ralph Wollburg, Staffan Illert (beide Federführung), Elisabet Lundgren (Stockholm; alle Corporate/M&A), Dr. Carsten Grave, Dr. Ingo Klauß  (beide Kartellrecht); Associates: Claudia Schneider, Dr. Alexander Jüngst, Dr. Eva Hennen, Dr. Fabian Rösner (alle Corporate) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Essen): Dr. Guntram Würzberg, Dr. Christoph Radke, Sebastian Heidtkamp, Dr. Iris Eveleigh, Dr. Dermot Fleischmann – aus dem Markt bekannt

Berater Uniper
Allen & Overy (Düsseldorf): Dr. Hans Diekmann (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Patrick Wolff (Corporate) – aus dem Markt bekannt

Berater Barclays
Clifford Chance: Charles Cochran (London), Bettina Steinhauer (Frankfurt), Barbara Mayer-Trautmann (alle Kapitalmarktrecht; München), Dr. Florian Mahler, Dr. Christian Vogel (beide Düsseldorf), Dr. Thomas Krecek (alle Corporate/M&A; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

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Hans Diekmann

Hintergrund: Hengeler-Partner Rosengarten ist für seine guten Kontakte nach Finnland bekannt. Für die Konecranes-Gruppe hat er im vergangenen Jahr den Verkauf der Stahl CraneSystems an Columbus McKinnon arrangiert. Die Federführung teilte sich Rosengarten mit Hengeler-Partner Krause.

Linklaters berät E.on seit 2014 regelmäßig. Am Anfang der Zusammenarbeit stand eine Neuordnung des E.on-Panels, auf dem zuvor Kanzleien wie Hengeler oder auch Freshfields Bruckhaus Deringer zu finden waren. Erstmals offiziell in Erscheinung trat Linklaters für E.on bei der Vorbereitung der Abspaltung Unipers. Daraus folgten Anschlussmandatierungen wie der erfolgreiche Börsengang von Uniper und eine E.on-Kapitalerhöhung im Frühjahr 2017.

Uniper und Allen & Overy sind erst seit Kurzem miteinander verbunden. Nach JUVE-Informationen berät der Düsseldorfer Partner Diekmann Uniper seit 2017 zur Hauptversammlung sowie zu gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Fragen. (Martin Ströder)